Samstag, 12. Oktober 2013

Mein 1. Oktoberfest, das beste Essen und Minions

!Hola!
Ich bin wieder zuhause in Santa Fé. Falls es euch entgangen ist:
Ich war auf dem Oktoberfest!
Nicht in München auf den Wiesen, Nein und auch nicht mit anderen Deutschen.
Also am Donnerstagmorgen um 6 haben meine Gastfamilie, der Hund und Ich uns auf den Weg nach Norden Richtung Cordoba gemacht. Dort liegt Villa Gral Belgrano. Ein kleines Dorf mit einem Oktoberfest, was in ganz Argentinien bekannt ist.
Wir mussten 6 Stunden lang im Auto verbringen, was für Argentinische Verhältnisse noch eine sehr kleine Distanz ist, und über Stock und Stein fahren. Ich teilte mir die Rückbank mit meiner Gastschwester und dem Hund. Das war schön kuschelig. Auch hat unser Auto keine richtige Federung. Stellt es euch bei den Bergen, wie ein Achterbahn vor.
Nach ungefähr 4 Stunden machten sich am Horizont Berge sichtbar. Wie als ob jemand eine Linie gezogen hätte. Denn vorher gab es nur flache Felder, Kühe und ein paar kleine Dörfchen.

 Es war morgens noch ziemlich neblig aber im Laufe des Tages ist es richtig warm und sonnig geworden.

 Hier die Hauptstraße von Villa General Belgrano mit unzähligen Flaggen.
 Das ist ein Restaurant "im deutschen" Stil mit Brauerei. Ich habe oft Sachen gesehen, die für mich gar nicht deutsch sind oder ich selber nicht mit meinem Heimatland in Verbindung bringe.
In allen Geschäften gab es Souvenirs mit dem deutschen Wappen oder der Flagge. Zum Beispiel, diese Hütte, die alle aufhatten. Man kann sie im folgenden Bild nicht richtig gut erkennen aber alle auf den Straßen liefen damit rum.

Auch habe ich nur zwei deutschsprachige getroffen. Leider war ich so in mein nicht so tollen Sauerkraut vertieft, dass ich mich nicht als Deutsche "outen" konnte.
Ja ich bin in Argentinien und esse trotzdem typisches aus meinem Heimatland. Das Sauerkraut war jetzt nicht so der Hammer und auch die angedeuteten Bratkartoffeln hätten noch länger in der Pfanne braten können.
Die Hotels heißen hier: Hotel Bremen oder Restaurant Frankfurt. Und Niedersachsen wurde auf einem Bierkrug als Medersachsen beschrieben. :)

 
 Hier der Eingang zu dem Hauptplatz. Die dort aufgestellten Hütten wurden erst nachts geöffnet und dafür muss man bezahlen. 
Nach der kleinen aber langanhaltenden Tour durch die Hauptstraße, sind wir zu dem neuen hause meiner Gastfamilie gefahren. Das liegt ungefähr 2 min außerhalb von V. G. Belgrano und wird deren neue Residenz werden. Dort wollen sie in der Zukunft mal Ferienhäuser bauen und damit ihr Geld verdienen.
Auch in diesem Gebiet faszinierte mich diese Weite und Ruhe. Der Nachbar wohnte in einem Haus 500 m die Straße runter.
Mein Gastvater mag das Klima hier viel mehr. Wenn er von dem neuen Haus und seinen Plänen dafür redet, hat er immer ein Lächeln auf seinem Gesicht. Das finde ich toll, weil er 100% hinter diesem Projekt steht.
Als meine Gasteltern mit dem Architekten über die Küche sprachen, fiel mir wieder die große Rollenverteilung hier auf.
Der Architekt sagte: Möchten Sie eine Spülmaschine?
Dies besitzt hier keiner. Zumindest habe ich bisher noch kein Haus mit einer gesehen.
Und er fuhr fort: Ich habe seit 3 Monaten eine in meinem Haus stehen und meine Frau ist überglücklich. Sie muss nicht mehr abwaschen, was die hier mit kalten Wasser tun, und können sich nach dem Wegstellen der Teller wieder mit mir beschäftigen oder die Wäsche machen.
Das war für mich eine komische Erfahrung, weil meine Gastmutter auch nicht einlenkte und sagte: Meine Tochter hilft mir, sondern nickte und fragte, was die Spülmaschine den so für Dienste leisten kann.
Zum Helfen möchte ich hier was einschieben. In den ersten Tagen war ich die einzige die beim Essenmachen geholfen hat. Meine Gastschwester setzte sich einfach hin, sagte sie hat Hunger und beschäftigte sich mit was anderem. Mein Gastvater kommt nach Hause und setzt sich auch einfach hin uns isst.
Es ist für mich komisch so wenig zu helfen, da ich zu Hause in Deutschland immer mein Zimmer putzen musste oder Wäsche auf- oder abhängen musste.
Jetzt werfe ich meine Wäsche in eine Tonne und zwei Tage später habe ich sie gebügelt wieder. Ich habe dabei kein gutes Gefühl, weil ich die Rollenverteilung mit Hausfrau und Mann, der das Geld nach Hause bringt, nicht unterstütze. Hier in Südamerika muss ich mich wohl damit zurechtfinden.


 Der Hund beim Erkunden der Umgebung.
 Das Haus in dem wir übernachtet haben. Am Nachmittag habe ich dann mir ersteinmal einen Mate gemacht. Es ist ein tolles Getränk und ich liebe es.
Links das Yerba (Blätter), rechts Zucker und in der Mitte Heißwasser und der Matebecher.
Am Abend waren wir noch einkaufen und ich habe diesen süßen junge Herren wiedergetroffen.
ICH LIEBE MINIONS!!!!!!
 Am Freitagmorgen sind wir in ein Tal eine Stunde von unserem Haus gefahren. Es ging wieder frühmorgens bei Nebel los nur klarte es nicht auf.
Die Berge von Cordoba.


Hier gibt es viele kleine Flüsse die im Sommer von den Touristen als Bademöglichkeit genutzt werden.
 Das Dorf in den Bergen und ein kleiner Laden.

 

 Und hier sehen Sie die Igazuwasserfälle. Die Kleinen aus Cordoba.








 Am Nachmittag waren wir dann in einem speziellen, sehr niedlichen Restaurant essen:
 







Ich habe noch nie so gut gegessen:
Hühnerfleisch mit Zwiebeln, Birne und Äpfeln gebraten auf dem Grill.
Es war einfach nur göttlich.

 Am Abend sind wir dann zum richtigen Oktoberfest des Dorfes gefahren. Ich musste mal keine Angst um meine Kamera, Handy oder mein Geld haben. Das habe ich auch sehr an diesem deutschen Dorf lieb gewonnen. Ich konnte einfach rumlaufen, wie zu Hause.
Zum Essen gingen wir in den Roten Hirsch gegangen, weil da eine Liveband spielte.
Und zwar deutsche und argentinische Musik.
Es war ein bisschen komisch, die einzige in dem ganzen großen Lokal zu sein, die den Text zu
"In München steht ein Hofbräuhaus" kennt.
Ich wurde gleich als Deutsche entdeckt, weil ich mal wieder die einzige Blondine war.
Ok, ich lief auch mit der Deutschlandfahne auf dem Rücken durch die Straßen. Da ist es doch eigentlich offensichtlich.

 
 

Mich macht es auf der einen Seite stolz, dass mein Land über viele Ländergrenzen hinaus sehr bekannt für das Oktoberfest ist und auch für viele Bewunderer dafür hat. Nur lässt uns Deutsche selber so aussehen, als würden wir nur mit Dirndl aus dem Haus gehen und zum Frühstück ein Bier trinken. Das macht mich selber traurig.
Ja Oktoberfest gehört zu Deutschland, aber das ist nicht Deutschland für mich. Ich merke gerade speziell in der Zeit des Oktoberfestes, das Deutschland viel mehr zu bieten hat und noch viel vielfältiger und auch aufregender als das Oktoberfest selber ist.
Alles in allem war es für mich ein tolles Wochenende und ich bin dankbar, dass meine Gastfamilie mir diese Möglichkeit gegeben hat.
Ich gehe heute auf einen Geburtstag einer Freundin.
!Buenas noches!
Doro
 

 
 
 
 

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