Montag, 20. Januar 2014

Hochzeit, Rudern und Co.

Buenas!
So ich habe mein elektronisches Problem wieder hingekriegt und habe Zeit einen Post zu schreiben.
Seit Mittwoch lebe ich im Haus meiner Counselorin von Rotary, da meine zweite Gastfamilie für einen Monat in die Ferien fahren wird und mich leider nicht mitnehmen konnte.
Das Haus meiner neuen Unterkunft liegt 40 min ausserhalb von Santa Fé und hat zum Glück einen Pool. Wir haben hier noch bis April Sommer und Temperaturen bis zu 45 Grad. Ohne Pool ist das nicht auszuhalten. Und in jedem Haus arbeitet der Ventilator.
Am Freitagabend waren wir auf einer Hochzeit eines Cousins meiner Counselorin. Die Hochzeit fand Zivil in einem Dorf 2 Stunden von Santa Fé entfernt statt. Da sind wir abends hingefahren und morgens um 4 Uhr ging es wieder zurück nach Santa Fé. Jeder Deutsche hätte sich ein Hotel genommen. Argentinier nicht. Ich habe auf der Hin und Rückfahrt geschlafen, was nicht so nett war, da die Landstraßen hier echt im Eimer sind. Hier ist ein Foto von dem Standesamt, was ziemlich aus dem bestand, was man hier sieht. Die Standesbeamtin war ziemlich gelangweilt und hat alles heruntergelesen.
Bei der Feier danach haben wir dann, wie ich es erwartet habe, Fleisch gegessen. Typisch argentinisch. Auch gab es keine Musik, da das Brautpaar sich am nächsten Tag mit 3 Kindern im Gepäck und in einem VW Golf nach Brasilien aufgemachte.
In dem Dorf gab es auch keinen total schnuckeligen Fahrradstand. Es wurden ganze Fahrradständer eingehäkelt.
 Benutzt dein Fahrrad. In Argentinien kann man wegen der Sicherheit in den großen Städten nicht fahren aber in den kleineren Dörfern oder Städten hat jeder ein Fahrrad.
 Meine Counselorin hat 4 Hunde. Einen Labrador, zwei Mix und einen Doberman. Alle sind riesig und versuchen die 2 Katzen immer einen Schreck einzujagen. Zum schlafen hat sich diese Katze, ich habe keine Ahnung wie sie heisst, in die Tüte gelegt.
 Ach ja und hier zum Schluss noch meinen zweiten argentinischen Gastvater beim grillen.
Ich habe bei meiner weiten Familie und gerade auch bei meiner Counselorin einen Pool. Dies ist ein Privileg und auch nicht selbstverständlich. Einige Menschen hier leben mit grossen Familien in Hütten aus Müll und müssen betteln gehen oder haben keine Zukunft. Bildung ist teuer in Argentinien. Viele Eltern können es sich nicht leisten Kinder auf Privatschule zu schicken, die eine bessere und auch strukturierte Bildung im Gegensatz zu den öffentlichen Schulen bietet.
Diese Menschen werden auch von vielen Argentiniern hier als, ich muss mich für meine Worte entschuldigen, aber so ist nun mal die Übersetzung, Schwarze der Scheiße genannt. In echt sind diesen Schwarzen nachfahren der Ureinwohner Argentiniens und haben eine Hautfarbe ähnlich von Vollmilchschokolade.
 Ich kenne viele Leute die sagen, dass die Schwarzen schon früh Kinder bekommen um Geld von der Regierung zu bekommen und dann nicht arbeiten gehen sondern sich auf die faule Haut legen. Wenn man auf der Straße den "Schwarzen" begegnet, wurde uns immer gesagt, die Tasche fest zuhalten und am besten einen Bogen um die Menschen und um die Wohngebiete einen großen Bogen zu machen. In der Nacht ist es gefährlich ´mit dem Auto an den Slums vorbeizufahren oder an den Ampel bei rot zu halten.
Ja dies ist Rassismus und als ich das erste Mal dies gehört habe war ich geschockt, denn diese Menschen, die genauso sind wie wir alle werden als Müll angesehen und es wäre vielen lieber sie wären tot, als dass sie leben und ihnen das Leben schwer machen.
Ich wollte euch das hier schreiben, weil ich mich in den letzten Tagen viel damit beschäftigt habe und ich es euch gerne mitteilen wollte.
Rudern macht in letzter Zeit richtig viel Spaß. Von Montag bis Samstag trainieren wir jeden Tag. Von Laufen an der Küste bis zum Gewichte heben im Haus des Lehrers ist alles dabei. Dafür muss ich leider immer um 8 Uhr auf den Beinen sein, denn mittags wird es zu heiß um Sport zu machen.
Letzte Woche waren wir zum ersten Mal auf dem Wasser. Die Armbewegungen sind irre schwer zu koordinieren und ich konnte nach 2 Stunden meine Arme nicht mehr heben und auch meine Beine waren schwer zu bewegen. Wir haben ein 4. Boot mit dem wir jedes Wochenende üben und ich mir schon mehrere Blasen an den Händen geholt habe. Im Februar und März werde ich vielleicht ein Renne fahren. In welcher Konstellation und wann weiß ich noch nicht.
So für heute ist jetzt Schluss!
Hasta luego!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen